Forum B

Forum B: Temporär, informell, hybrid – neue Nutzungsformen

Gastgeber: Lena Flamm und Moritz Maikämper, BTU Cottbus-Senftenberg / Achim Schröer, Bauhaus-Universität Weimar

Partner / Gäste: Prof. Carlo Becker, BTU Cottbus-Senftenberg / Prof. Doris Gstach, FH Erfurt / Prof. Philipp Misselwitz, TU Berlin

Begleitende Lehrveranstaltung: Stegreif: „Temporär – Informell – Hybrid: Neue Nutzungsformen am Ostseeufer“, BTU Cottbus-Senftenberg, Stadt Cottbus, SoSe 2016

Stadtplanung reguliert Nutzungen, ob nach dem Leitbild der Funktionstrennung oder dem der Nutzungsmischung. Dazu werden Nutzungen in der Regel angenommen als: Eindeutig beschreibbar, dauerhaft, berechenbar und von einem verantwortlichen Akteur organisiert. Praktisch und wissenschaftlich geraten jedoch immer mehr Nutzungsformen ins Blickfeld, die diese Eigenschaften nicht aufweisen.

Die Debatte, die vor 10, 15 Jahren mit der Zwischennutzung begann, lässt sich erweitern um Begriffe wie Informalität, Mehrfachnutzung, Hybridität, Multicodierung usw. Welche neuen, oder zumindest neu entdeckten, Nutzungsformen gibt es, und warum? Wie organisieren sie sich? Was tragen sie zum städtischen Leben und zur Stadtentwicklung bei? Wie verhalten sie sich zu einem Planungsverständnis von „top-down“ oder von „bottom-up“? Welche Konflikte mit den Instrumenten herkömmlicher Stadtplanung entstehen dabei? Wie lassen sich diese Konflikte lösen? Können neue Nutzungsformen Ansätze zur Bewältigung aktueller Planungsprobleme liefern?

Diese Fragen stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang mit den Oberthemen des 5. Hochschultages „Dichte und Mischung“. Denn die mit Dichte assoziierten Aspekte wie Flächeneffizienz oder vielfältige spontane Begegnungen sind eher abhängig von der Nutzungsintensität von Räumen als von ihrer baulichen Dichte. Neue Nutzungsformen können die Nutzungsintensität steigern und so Beiträge zur Entwicklung sowohl von wachsenden wie von schrumpfenden Städten liefern. Die Intensivierung und die oft damit verbundene Kombination und Mischung von unterschiedlichen Nutzungen können neue Synergien schaffen, aber auch neue Konflikte. Dies planerisch zu bewältigen erfordert Ansätze, die über das Instrumentarium zur Herstellung von „herkömmlicher“ Nutzungsmischung hinausgehen müssen.