Forum F

Forum F: Verdichtung als urbaner Transformationsprozess – eine interdisziplinäre Forschung über die Rolle von Flagship Architekturen als „urban generators“

Gastgeber: Dr. Nadia Alaily-Mattar, Johannes Dreher und Prof. Dr. Alain Thierstein, TU München / Prof. Dr. Michael Koch und Timothy Pape, HafenCity Universität Hamburg

Partner / Gäste: Prof. Dieter Geissbühler, Hochschule Luzern / Prof. Ernst Hubeli, Herczog Hubeli Architekten Zürich / Prof. Dr. Elisabeth Leitner, Fachhochschule Kärnten (angefragt) / Prof. Roger Riewe, Riegler Riewe Architekten Graz, TU Graz

Begleitende Lehrveranstaltungen: Masterprojekt: „Wirkungsdynamik STAR (Städtische Transformation durch Architekturprojekte)“, HafenCity Universität Hamburg, WiSe 2015/2016 / Seminar: „Star architecture and the re-positioning of cities: The media!”, TU München, SoSe 2016

Ziel des Forums ist eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen „Verdichtung“ als Prozess städtischer Transformation im Gegensatz zu „Dichte“ als momentaner Zustand in der Entwicklung einer Stadt.

Wir beschäftigen uns mit realisierten sogenannten Flagship Architekturprojekten und ihrer potentiellen Rolle als „urban generators“, jenseits der unmittelbaren Bedeutung als Besuchermagnet. Wir betrachten Flagship Architekturprojekte als Impulstreiber für urbane Funktionsdiversifizierung, als Initiatoren oder als Wächter in der Dynamik weitreichender Prozesse von Verdichtung. Im hier vorgeschlagenen Forum greifen wir also die wenig diskutierte Frage der mit Flagship Architekturprojekten verbundenen Verdichtungsprozesse in kleinen und mittelgroßen Städten auf.

Hintergrund dieses Interesses ist das DFG Forschungsprojekt „Stararchitekturen und die Re-Positionierung von kleinen und mittelgroßen Städten“. Das Forschungsprojekt schafft eine analytische und empirische Basis, um den Einfluss solcher Flagship Architekturprojekte auf das jeweilige städtische Gefüge aufzuzeigen. Als Stars klassifizierte Architekten entwerfen derzeit vielerorts attraktive Kultur- und Tourismus-Bauten, die ihrerseits den Städten dazu dienen sollen, sich überregional und international besser zu positionieren. Gerade kleine und mittelgroße Städte mit spezialisierten wirtschaftlichen Standorten sind in verstärktem Maße abhängig von Konjunkturzyklen und anfällig gegenüber De-industrialisierung oder wirtschaftlicher Umstrukturierung. Das Forschungsvorhaben verfolgt in diesem Zusammenhang die Fragestellung, welche Auswirkungen sogenannte Flagship Architekturprojekte auf urbane Transformationsprozesse haben, indem Kompetenzen aus den Feldern Raumökonomie, Soziologie und Stadtplanung gebündelt werden.

In der vorgeschlagenen Diskussion wird folglich Verdichtung als dynamischer Prozess in Folge von Flagship Architekturprojekten in kleineren und mittleren Städten untersucht. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf zeitlichen und interdisziplinären Gesichtspunkten sowie Aspekten der Internationalisierung bzw. der Rolle von Verdichtungsprozessen im Hinblick auf Wettbewerbsfähigkeit und urbane Regeneration. Erste Analysen unser Fall Studien (Graz, Luzern, Wolfsburg) deuten darauf hin, dass eine höhere Dichte im Zusammenhang mit Flagship Architekturprojekten eine höhere funktionelle Intensität, Abhängigkeit und Potential sowie einen gesteigerten positiven Einfluss auf urbane Wertschöpfungsketten zur Folge hat.