Forum G

Forum G: Mischung und Dichte – die Soziokultur der internationalen Stadt

Gastgeber: Dr. Renate Bornberg, buTa international urban lab / Carsten Schaber, Stadt Heidelberg

Partner / Gäste: Prof. Dr. Kathrin Golda-Pongratz / Prof. Jeff Kennworthy PhD, Frankfurt University of Applied Sciences

Begleitende Lehrveranstaltung: Modul „Urban Planning and Development“ im Masterstudiengang „Urban Agglomerations“, Frankfurt University of Applied Sciences, SoSe 2016

Durch die Unruhen in vielen Ländern außerhalb Europas, aber auch aufgrund wirtschaftlich angespannter Verhältnisse emigrieren viele Tausende dauerhaft aus ihren Kernländern nach Deutschland. Diese neuen Bürger nehmen allerdings viele ihrer Gewohnheiten und kulturellen Eigenheiten mit, unter diesen auch eine oft andere Vorstellung von Dichte und Mischung. Für viele ist zum Beispiel das Zusammenwohnen mit bekannten oder vertrauten Personen von großer Bedeutung, da man auf nachbarschaftliche Hilfe setzt. Die Mischung eines Quartiers sollte daher möglichst aus Gleichgesinnten bestehen. Auch in Bezug auf Dichte haben Migranten andere Vorstellungen als Mitteleuropäer. Für viele Menschen des globalen Südens wird viel Zeit im halböffentlichen und öffentlichen Raum verbracht: es werden Treppenhäuser und Flure als Teil der eigenen Wohnung genutzt, öffentliche Grünflächen dienen als Treffpunkt ganzer Familienclans, um sich beim Grillen zu treffen.

Dem steht ein Dichte- und Mischungsverständnis deutscher Bewohner gegenüber, die Dichte und Mischung anders leben und erfahren. In der Planungspraxis werden diese deutsch geprägten räumlichen Strukturen in Planungsrichtlinien und -leitfäden übersetzt. „Neighbourhood Unit“ oder „Natural Areas“ sind hierbei Gedankenmodelle, die solche Planung ermöglichen.

Da Integration und nicht Assimilation der vielen Flüchtlinge ein vorrangiges Ziel in Deutschland ist, gilt es auf der einen Seite die unterschiedlichen soziokulturellen Vorstellungen herauszuarbeiten. Auf der anderen Seite muss untersucht werden, inwieweit deutsche Planungspraxis eine auf die Bedürfnisse der neuen Bewohner abgestimmte Stadtplanung zulassen, oder welche Veränderungen in den Planungsreglements notwendig wären. Dieses wird das zentrale Thema des Forums sein, das mit Fachleuten, ausländischen Studierenden und dem Publikum erörtert werden wird.